Auferstehung und Himmelfahrt Jesu BR‑CPEB Ds 3; H 777; Wq 240

Oratorio (1st Easter Day)


Scoring
S*, T*, B*, S, A, T, B; 3 Tr, Timp, 2 Cr, 2 Fl trav, 2 Ob, Fag, 2 Vl, Va, Bc
Work history
EZ 1774, entgegen der Angabe im Nachlassverzeichnis 1790, S. 55 („H. 1777 u. 1778“); erste nachgewiesene Aufführung (evtl. Erstaufführung) am 2. April 1774 in Hamburg. Ursprünglich war dieses Oratorium als einteiliges Werk geplant. Noch vor der Erstaufführung teilte es C. P. E. Bach in zwei Teile und fügte jedem Teil ein kurzes instrumentales Vorspiel hinzu. Zudem entschied er sich noch vor Herstellung der Stimmen, die Chöre Nr. 5, 16 und 19 zusätzlich mit Hörnern zu instrumentieren. Diese Frühfassung unterscheidet sich von der späteren Druckfassung in erster Linie durch die dialogisch angelegten Rezitative sowie die Arie Nr. 7. Die Arie „Sei gegrüßet“, eine Parodie von „Amen, amen“ aus der „Trauungskantate“ (→ BR-CPEB F 65), ersetzte Bach durch „Wie bang“, dessen Text Ramler auf Veranlassung des Komponisten neu hinzugedichtet hatte, während „Sei gegrüßet“ in die Ostermusik 1784 „Anbetung dem Erbarmer“ (→ BR-CPEB Fs 12) integriert wurde. Darüber hinaus zeigt der Quellenbefund, dass Bach die Pauken in Rezitativ Nr. 3 nachträglich hinzugefügt hat (zumindest nach Erstellen des Stimmenmaterials durch Michel, spätestens für die Aufführungen 1778).
Erstmals im Rahmen eines Konzerts erklang „Auferstehung und Himmelfahrt Jesu“ am 18. März 1778 im Konzertsaal auf dem Kamp. Aufgrund des großen Erfolgs fand bereits am 6. April 1778 eine erneute Aufführung statt. Weitere Aufführungen unter Bachs Leitung folgten am 29. März 1779 im sog. „Kramer Amthaus“, als Ostermusik 1782 in einer stark gekürzten Version (→ BR-CPEB Fs 10) in allen fünf Hamburger Hauptkirchen (erstmals nachweislich mit der Arie „Wie bang“) sowie in der Waisenhauskirche am 30. April 1783. Die für
dieses Konzert erhaltene Rechnung weist einen Betrag von 30 Mark „Für mich und Copialien“ auf, was darauf hindeutet, dass aufgrund von vorgenommenen Korrekturen teils neue Stimmen ausgeschrieben werden mussten.
Die erfolgreichen Aufführungen 1778 und 1779 veranlassten C. P. E. Bach zu dem Plan, das Werk in Druck zu geben. Im Juli 1784 erschien in der Hamburger Presse ein ausführlicher Pränumerationsaufruf. Am 6. November 1784 sandte Bach sein Manuskript an Breitkopf. Der Pränumerationsaufruf wurde am 17.12.1784 wiederholt, doch
aufgrund der geringen Pränumerantenzahl beschloss Bach am 23.12.1784: „Meine Cantate in Partitur wird nicht fortgedruckt u. bleibt liegen [...] und so bald ich mein Manuscript von der Cantate von Ihnen [Breitkopf] wiedererhalte, so mache ich einen Clavier Auszug davon, der gedruckt werden soll“. Diesen Klavierauszug kündigte C. P. E. Bach im Januar 1785 an. Nachdem sich aber inzwischen die Zahl der Pränumeranten für die Partitur wider Erwarten stark erhöht hatte, nahm Bach den Plan wieder auf, das Werk in Partitur drucken zu lassen. Er bot diesmal Breitkopf an, ihm die Partitur abzutreten.
Breitkopf ging, wohl nach längerem Überlegen, auf C. P. E. Bachs Vorschlag ein. Am 28. Juni 1786 sandte Bach Breitkopf erneut die Partitur. Es folgte eine Erneuerung des Pränumerationsaufrufs für die Partitur am 2. August 1786. Den von Bach geäußerten Wunsch, dass der Partiturdruck bis zur Ostermesse 1787 fertiggestellt sein solle, konnte Breitkopf erfüllen. Am 9. Februar 1787 erhielt C. P. E. Bach seine gedruckten Exemplare von Breitkopf. Am 10. März 1787 meldete die Hamburger Presse das Erscheinen des Partiturdrucks.
Early performances
, Hamburg (Premiere)
, Hamburg
Ort: Konzertsaal auf dem Kamp
, Hamburg
, Hamburg, Kramer-Amthaus
relation to other works:
is arrangement of BR-CPEB F 43 / H 821b / Wq deest
is arrangement of BR-CPEB F 46 / H 821e / Wq deest
is arrangement of BR-CPEB Fp 42 / H 821a / Wq deest
is arrangement of BR-CPEB F 65 / H 824a / Wq deest
relation from other works:
has arrangement in BR-CPEB Fs 12
has arrangement in BR-CPEB Fs 11
Lyrics
Satz 1-21: Textdichtung von Karl Wilhelm Ramler (1725–1798), erstmals erschienen in Ramlers "Geistliche Kantaten", Berlin 1760
Satz 22: aus Ps 47,6.7; Ps 97,1; Ps 98,7.8; Jes 49,13; Ps 89,7; Ps 148,2; Ps 150,6
Link to lyrics
Edition
CPEB:CW IV/2, S. 1 (Ulrich Leisinger, 2020) – Critical report (2020), S. 251
Literature
Suchalla 1994, Dok. 312 (S. 681f.), Dok. 394 (S. 869f.); Bitter 1868, Bd. II, S. 44–60; Clark 1984, S. 167–173; Rifkin 1985; Cadenbach 1986; Finscher 1990; Wiermann 1997; Leisinger 1999b; Petzoldt 2001; Smither 2001; Harasim 2010, speziell S. 264–276
Original sources
D-B Mus.ms. Bach P 336
D-B Mus.ms. Bach St 178 [Konvolut]
D-B Mus.ms. Bach St 178, Faszikel 1
D-B Mus.ms. Bach St 178, Faszikel 2
D-B Mus.ms. Bach St 178, Faszikel 3
Additional sources
A-Wgm III 14232
A-Wgm III 14232 (Q 678)
A-Wgm III 14232 (Q 679)
CH-SO Ms. 8112
CH-Zz AMG XIII 760 & a-w
CH-Zz AMG XIII 7104 & a-p, Faszikel 1
CH-Zz AMG XIII 7104 & a-p, Faszikel 2
CH-Zz AMG XIII 7104 & a-p, Faszikel 4
D-ABGa 6, Faszikel 1
D-ABGa 6, Faszikel 2
D-AG 202
D-B Mus.ms. Teschner 219
D-Bsa SA 701 [Originaldruck]
D-Bsa SA 701a, Faszikel 2
D-Bsa SA 701a, Faszikel 3
D-Bsa SA 701a, Faszikel 4
D-Bsa SA 701a, Faszikel 5
D-Bsa SA 701a, Faszikel 6
D-Bsa SA 701a, Faszikel 7
D-Bsa SA 703, Faszikel 1
D-Bsa SA 703, Faszikel 2
D-Bsa SA 703, Faszikel 3
D-Bsa SA 703, Faszikel 4
D-Bsa SA 703, Faszikel 5
D-Bsa SA 703, Faszikel 6
D-Bsa SA 703, Faszikel 7
D-Bsa N. Mus. SA 10 [Originaldruck]
D-B Mus.ms. Bach St 178, Faszikel 4
D-B Mus.ms. Bach St 178, Faszikel 5
D-Dl Mus. 3029-D-3, Faszikel 1
D-Dl Mus. 3029-D-3, Faszikel 2
D-Dl Mus. 3029-D-3, Faszikel 3
D-Dl Mus. 3029-D-3, Faszikel 4
D-Dl Mus. 3029-D-505
D-Ff Not IX B1, Faszikel 1
D-Ff Not IX B1, Faszikel 2
D-GLAU Mus.B 1:1, Faszikel 1
D-GLAU Mus.B 1:1, Faszikel 2
D-GLAU Mus.B 1:1, Faszikel 3
D-GLAU Mus.B 1:1, Faszikel 4
D-HER Mus. B 102:1
D-HER Mus. L 104:1, Faszikel 1
D-HER Mus. L 104:1, Faszikel 2
D-LEb Kulukundis I.M939-2 (Depositum im Bach-Archiv)
D-LEb Kulukundis II.3 Wq 240(3) (Depositum im Bach-Archiv)
D-LEm Poel. mus. Ms. 44
D-SWl Mus. 858, Faszikel 1
D-SWl Mus. 858, Faszikel 2
D-WRha AW B 1641, Faszikel 1
D-WRha AW B 1641, Faszikel 2
LV-Lstk Libauer Cantorat No: 91
S-St (o. Sign.) Wq 240
Verschollen BR‑CPEB Ds 3, J. G. Schicht
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