Heilig with two choruses and Ariette as introduction BR‑CPEB F 77; H 778; Wq 217

Mass


Scoring
A*, 2 S, 2 A, 2 T, 2 B, 6 Tr, 2 Timp, 4 Ob, 4 Vl, 2 Va, 2 Bc,
Work history
EZ bis 1776 / ab 1778; D o p p e l c h ö r i g e s H e i l i g (Satz 1b): spätestens 1776 komponiert. Erste nachgewiesene Aufführung im Rahmen der Michaelis-Musik 1776 „Es erhub sich ein Streit“ (BR-CPEB Fp 18.2).
Am 28.7.1778 teilte C. P. E. Bach Breitkopf den Plan mit, die Komposition im Druck herauszubringen: „Außerdem habe ich ein 2 chörichtes Heilig zum Drucke bestimt. Hierin habe ich den meisten und kühnsten Fleiß bewiesen zu einer guten Ausnahme. Dies soll (vielleicht) in dieser Art das lezte seÿn, damit ich einstens nicht so bald vergeßen werden [...]“. Gedruckt bei Breitkopf sollte es Ostern 1779 im Verlag des Autors erscheinen. Im November 1778 wurde der Pränumerationsaufruf in den Hamburger Zeitungen veröffentlicht. Die Fertigstellung des Drucks verzögerte sich bis Juli 1779 (12.7.1779 C. P. E. Bach an Breitkopf: „Gottlob, daß wir fertig sind! Heute Abend erwarte ich mit Vergnügen die restirenden Bogen vom Heilig“). Am 31.7.1779 teilte die HUC mit, „daß nunmehr die gedachten beyden unvergleichlichen Musik-Stücke von Leipzig angekommen sind, und daß die Herren Pränumeranten das Heilig sowol als die Sonaten [Wq 55] abfordern können“. C.P. E. Bach hatte streng darauf geachtet, dass nicht vor Fertigstellung des Druckes das Werk andernorts aufgeführt wurde, um die für ihn so wichtigen Pränumeranten nicht zu verärgern. Nach Drucklegung verbreitete sich das Heilig sehr rasch. Erste nachgewiesene Aufführungen außerhalb Hamburgs fanden bereits im Oktober 1779 statt (Berlin und Leipzig).
Die einzige überlieferte Stimme aus dem Originalstimmensatz (→ D-B Mus. ms. Bach P 339) offenbart, dass die ursprüngliche Aufführungsversion von der Druckversion an manchen Stellen abweicht. Anhand dieser Stimme kann nachgewiesen werden, dass C. P. E. Bach das Heilig auch in einfacher Orchesterbesetzung im Rahmen der Michaelis-Musiken aufführen konnte. Denn ihm standen bei den Quartalsmusiken keine 6 Trompeter und 2 Paukisten zur Verfügung. Auch die zwei aus der Sammlung André stammenden weiteren Originalstimmen müssen sich vom Druck unterschieden haben.
A r i e t t e (Satz 1a): wohl nach Michaelis 1778 komponiert.
Bei den Michaelis-Musiken 1776 sowie 1778 ging dem Heilig noch die Arie „Herr, wert, dass Scharen der Engel“ von G. A. Benda voraus. C. P. E. Bach hatte hierfür im Vergleich dazu, wie sie noch bei der Michaelis-Musik „Es erhub sich ein Streit“ 1770 (BR-CPEB Fp 18.1) musiziert worden war, Kürzungen der Arie vorgenommen. Als sich
C. P. E. Bach zum Druck des Heilig entschloss und er die bisher ausgeübte Praxis, dem Heilig eine Arie mit dem Text „Herr, wert, dass Scharen der Engel“ voranzustellen, auch in der Druckfassung realisieren wollte, sah er sich zur Eigenvertonung dieses Textes veranlasst. Für 1778 als Kompositionsdatum der Ariette spricht auch der Eintrag im Nachlassverzeichnis 1790, in dem mit „1778“ die Fertigstellung der Druckfassung, nicht aber das tatsächliche Erscheinungsdatum der Komposition gemeint sein dürfte.
Early performances
, Hamburg, St. Petri
Michaelis
, Hamburg, St. Nicolai
1. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Katharinen
2. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Jacobi
3. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Michaelis
4. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Petri (Premiere)
Michaelis
, Hamburg, St. Nicolai
1. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Katharinen
2. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Jacobi
3. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Michaelis
4. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Petri
1. Ostertag
, Hamburg, St. Nicolai
2. Ostertag
, Hamburg, St. Katharinen
Quasimodogeniti
, Hamburg, St. Jacobi
Misericordias Domini
, Hamburg, St. Michaelis
Jubilate
, Hamburg, St. Petri
1. Ostertag
, Hamburg, St. Nicolai
2. Ostertag
, Hamburg, St. Katharinen
Quasimodogeniti
, Hamburg, St. Jacobi
Misericordias Domini
, Hamburg, St. Michaelis
Jubilate
, Hamburg, St. Petri
Michaelis
, Hamburg, St. Nicolai
1. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Katharinen
2. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Jacobi
3. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Michaelis
4. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Katharinen
Exaktes Datum und Aufführungsort nicht gesichert.
, Hamburg, St. Petri (Premiere)
Michaelis
, Hamburg, St. Nicolai
1. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Katharinen
2. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Jacobi
3. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg, St. Michaelis
4. Sonntag nach Michaelis
, Hamburg
, Hamburg, St. Michaelis (Premiere)
relation to other works:
is part of BR-CPEB Gs 9 / H 824e / Wq deest
is part of BR-CPEB Fp 18 / BWV 19
is part of BR-CPEB Fs 10.1 / H 805 / Wq 241
is part of BR-CPEB Fs 10.2 / H 834 / Wq 226 (Satz 1)
is part of BR-CPEB Fp 21
relation from other works:
has arrangement in BR-CPEB Fp 22
has arrangement in BR-CPEB Fs 67
Other catalogues
NV 1790, S. 55 [2];
Kat. Poelchau, Bl. 27r;
Kat. Zelter C II 488;
Kat. Traeg 1804, S. 59, Nr. 171
Comment
Die Michaelis-Kirche bot sich im besonderen Maße für Aufführungen des doppelchörigen Heilig an:
„Morgen, als den Sonnabend, und übermorgen, am Sonntage, wird dieses Doppel-Chor in der großen Michaelis-Kirche so aufgeführt werden, daß das Chor der Engel von der Höhe über dem Kirchen-Saal, und das Chor der Völker von der Orgel, die Fuge aber von beyden Chören zugleich gesungen werden, wird, welches in den andern Kirchen des Raums wegen nicht füglich geschehen können.“ (→ Wiermann 2000, Dok. III/45).

Nachweislich war das Heilig und in der Regel die eigene Ariette Teil folgender Kompositionen:
1. Michaelis-Musik 1776 „Es erhub sich ein Streit“ BR-CPEB Fp 18.2/6 (nur Doppelchöriges Heilig)
2. Michaelis-Musik 1778 (u. 1784) „Wenn Christus seine Kirche schützet“ BR-CPEB Fp 21/8 (nur Doppelchöriges Heilig)
3. Oster-Musik 1780 „Nun danket alle Gott“ BR-CPEB Fs 10.1/8a u. b
4. Oster-Musik 1783 „Amen, Lob und Preis und Stärke“ BR-CPEB Fs 10.2/7a u. b
5. Dank-Hymne der Freundschaft 1785 BR-CPEB Gs 9/10 (nur Doppelchöriges Heilig)
6. Michaelis-Musik 1785 „Der Frevler mag die Wahrheit schmähn“ Fp 22/6a u. b
7. Musik am Dankfeste 1786 Fs 67/7a u. b
Lyrics
Satz 1a: Übernahme aus G. A. Bendas „Herr, ich will dir danken“ Lor 544, Satz 2
Satz 1b: Jes 6,3 (Deutsches Sanctus ohne abschließendes Hosanna) unter Einbeziehung von Luthers Deutschem Te Deum „Herr Gott, dich loben wir“
Edition
CPEB:CW V/6.1, S. 1 (Paul Corneilson, Clemens Harasim, 2016) – Critical report (2016), S. 127
Literature
Corneilson 2006; Harasim 2010, besonders S. 204–212
Original sources
A-Wn Mus. Hs. 15517
D-B Mus.ms. Bach P 339 [Konvolut]
D-B Mus.ms. Bach P 339, Faszikel a
Verschollen BR-CPEB F 77, Originalstimmen
Additional sources
A-Gla Karton 313 Nr. 40957
A-Gla Karton 349 Nr. 41265
A-M IV/299
A-Wgm I 1676
B-Br Fétis 1988 E [Originaldruck]
CH-Zz AMG XIII 759 & a-x
CZ-Bm A 17.125b
D-Bhm RH 0100
D-B Mus.ms. Bach P 780
D-Bsa SA 260, Faszikel 1
D-Bsa SA 260, Faszikel 2
D-Bsa SA 260, Faszikel 3
D-Bsa SA 260, Faszikel 4
D-Bsa SA 260, Faszikel 5
D-Bsa SA 260, Faszikel 6
D-Bsa SA 260, Faszikel 7
D-B Mus.ms. Bach St 186
D-B Mus.ms. Bach St 583
D-B Mus.ms. Bach St 594
D-Dl Mus. 3029-D-6
D-F Mus Hs 143, Nr. 1
D-HER Mus. L 104:2
D-Hj XXV (BR-CPEB F 77) [in: D-Hj XXV (1)]
D-KNmi B 64R
DK-Ou R 317
D-KPk 2
D-LEb Go. S. 355
D-LEb Go. S. 356
D-LEb Kulukundis II.3 Wq 217(3) (Depositum im Bach-Archiv)
D-LEb Kulukundis II.3 Wq 217(4) (Depositum im Bach-Archiv)
D-LEm Poel. mus. Ms. 46
D-LEu N.I. 10546a-e
D-Lr Mus.ant.pract. 1182/1
D-LÜh Mus. A 30b
D-Mbs Mus.ms. 1804
D-MLHb Divi Blasii XIV/16 (heute in D-MLHm)
D-MÜs SANT Hs xy 235
D-OLH Mus. arch. W. 1:10
D-Rtt Ms. C. P. E. Bach 2
D-RUl RH-B 4
D-SDOk 229
D-SWl Mus. 840
GB-Lbl Add. MS. 39815
H-Bl M 1489
H-Bl M 37.231
H-Bn Ms. Mus. IV 669
RO-BRbn Mus MS 802
S-St Kyrkomusik 11
US-CAe Mus 627.2.579 PHI
US-NH LM 4473 [Ma21.Y11.V86]
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