St Matthew Passion 1785 BR‑CPEB Dp 4.5; H 798; Wq deest

Passion (Lent)


Scoring
S*, A*, T*, B*, S, A, T, B; 2 Cr, 2 Fl trav, 2 Ob, 2 Vl, Va, Bc
Work history
EZ Ende 1784 (laut Nachlass-Verzeichnis 1790); wie bereits die zuvor aufgeführten Passionen der Jahre 1773, 1777 und 1781 geht auch diese Matthäus-Passion auf die Passion von 1769 (→ BR-CPEB Dp 4.1) mit ihrem großen Anteil an Kompositionen von J. S. Bach zurück; aus der Passion von 1769 stammt die Vertonung des Passionsberichtes sowie die meisten der vierstimmigen Choräle. Andere Choräle übernahm C. P. E. Bach aus der Passion von 1777; deren Herkunft ist bislang unbekannt.
Unter den weiteren Bestandteilen der Passion, den Arien, Ariosi, Accompagnements und Chören konnten bislang keine Übernahmen aus fremden Werken identifiziert werden. Die Chöre Satz 2, 13 und 17 sind Bearbeitungen eigener Lieder (in einem Fall eine Übernahme einer älteren Bearbeitung), der Chor Nr. 27 geht auf die 2. Fassung des „Et Misericordias“ aus C. P. E. Bachs Magnificat (BR-CPEB E 4.2) zurück. Zu den Arien (Satz 5, 9 und 25), dem Accompagnement (Satz 4) und dem Arioso (Satz 21) ist eine autographe Partitur vorhanden; sie dürften also für die Passion von 1785 neu komponiert (oder nach Vorlagen grundlegend umgestaltet) worden sein. Die Texte entnahm C. P. E. Bach dem Buch Jesaia (Satz 21) bzw. den „Geistlichen Cantaten“ von B. Münter (die übrigen). Für die Sätze 3, 5, 9, 21 und 25 hatte C. P. E. Bach zuvor Texte von J. J. Eschenburg erbeten, erhielt diese aber erst, als die Passion schon fertiggestellt und bereits bei den Kopisten zum Anfertigen der Stimmen war. Die Passion wurde 1785 nach einem lange etablierten Rhythmus in den Hamburger Hauptkirchen aufgeführt. Weitere Aufführungen an Werktagen können ferner in den Nebenkirchen angenommen werden.
Early performances
, Hamburg, St. Petri (Premiere)
Sonntag Estomihi
, Hamburg, St. Nicolai
Sonntag Invokavit
, Hamburg, St. Katharinen
Sonntag Reminiscere
, Hamburg, St. Jacobi
Sonntag Laetare
, Hamburg, St. Michaelis
Sonntag Judica
relation to other works:
is revision of BR-CPEB Dp 4.1 / H 782 / Wq deest
is revision of BR-CPEB Dp 4.3 / H 790 / Wq deest
is arrangement of BR-CPEB E 4.2 / H 772 / Wq 215
is arrangement of BR-CPEB Fu 33 / H deest / Wq deest (Chor = Wq 224)
relation from other works:
has as part Wq 224
Comment
Pasticcio mit Kompositionen von J. S. Bach und älteren Werken von C. P. E. Bach und G. A. Homilius aufbauend auf der Matthäus-Passion von 1769 (BR-CPEB Dp 4.1).
In den Aufführungsstimmen ist lediglich ein Sängername vermerkt: Die Bass-Partie des Jesus wurde von Friedrich Martin Illert gesungen. Die autographen Partiturteile übermitteln zusätzlich noch den Namen des 2. Basses, Johann Andreas Hoffmann. Die Namen der übrigen Sänger sind nicht überliefert.
Lyrics
1. Passionsbericht
Satz 3, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22, 24 und 26: Mt 26,36 bis 27,50
2. Choräle
Satz 1: N. Decius, „O Lamm Gottes unschuldig“, abweichende Textfassung;
Satz 7: A. Markgraf von Brandenburg, „Was mein Gott will, das g‘scheh allzeit“, Strophe 2;
Satz 11, 28: P. Gerhard, „O Haupt voll Blut und Wunden“, Strophe 9, 4;
Satz 15, 23: J. Heermann, „Herzliebster Jesu“, Strophe 4, 1;
Satz 19: J. Rist, „O Ewigkeit, du Donnerwort“, Strophe 7
3. Sonstige Sätze
Satz 2: Christoph Christian Sturm (1740–1786), Lieder Nr. 19, „Die Bestimmung des Christen: Mein Glück im kurzen Raum der Zeit“, S. 44–46, Strophe 2 (→ BR-CPEB H 34/4);
Satz 4, 5, 9, 25: Balthasar Münter (1735–1793), „Geistliche Cantaten“ 1769, Nr. XIX, Satz 2 (Anfang: „O, lerne…“ ), Satz 1, Nr. III, Satz 1, Nr. V, Satz 5;
Satz 13: Sturm Lieder Nr. 35, „Die Fortdauer der Lehre Jesu: Umsonst empört die Hölle sich“, S. 77–78, Strophen 1 u. 5 (→ BR-CPEB H 31/21);
Satz 17: Johann Andreas Cramer (1723–1788) Ib, „Der 38. Psalm: Lass mich nicht deinen Zorn empfinden“, S. 147–150, Strophe 1 (→ BR-CPEB H 24/13);
Satz 21: Jes 53,7;
Satz 27: Christoph Friedrich Neander (1723–1802), „Geistliche Lieder“, Riga 31779, S. 31.
Literature
Miesner 1929, S. 64, 67; Clark 1984, S. 40, 86f., 92, 96, 109; Enßlin/Rimek 2010; Enßlin 2011, S. 61f., 66, 71, 73, 77, 80–83
Original sources
D-Bsa SA 32, Faszikel 1
D-Bsa SA 269, Faszikel 1
Additional sources
D-Bsa SA 32, Faszikel 2
Static URL
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