Gott hat den Herrn auferwecket (Ostermusik 1756, 1769, 1776, 1787) BR‑CPEB F 5; H 803; Wq 244GND

Other catalogues
Kat. Breitkopf 1770, S. 9;
Kat. Westphal 1782, S. 146;
Kat. Hoffmeister/Kühnel 1802, S. 1;
NV 1790, S. 61 [5];
AK 1805 Nr. 73;
Kat. Schwencke 1824, S. 17, Nr. 281;
Kat. Gähler 1826, S. 54, 9344;
Kat. Gähler 1826, S. 54, 9345;
Kat. Westphal 1830, S. 44, 1468;
Kat. Poelchau 1832, Bl. 25r, Nr. 3;
Kat. Zelter 1832, C II 477/813;
Kat. Zelter 1832 C II 479/812;
Kat. Westphal, „Singstücke“ 5/9.a
Genre
Sacred cantata
Designation of a cantata
1st Easter Day
Scoring
S*, T*, B*, S, A, T, B; 3 Tr, Timp, 2 Fl trav, 2 Ob, 2 Vl, Va, Bc
Entry from the printed cataloguePDF Score

Work history
in Berlin, laut Nachlassverzeichnis 1790. Dem Titelblatt der autographen Partitur zufolge hatte L. Cochius den Text ebenfalls 1756 angefertigt.
Lange Zeit war die Frage der ersten öffentlichen Aufführung umstritten, da die erste Berliner Aufführung sich erst am 10.4.1757 in St. Petri unter der Leitung von Kantor D. Buchholtz nachweisen ließ. Neuerdings lässt sich belegen, dass die Kantate zwar in Berlin geschrieben, jedoch in Hamburg zum ersten Mal erklang: als Osterquartalsmusik in Hamburg, St. Katharinen, am 25.4.1756 mit zwei nachfolgenden Aufführungen in St. Jacobi und St. Maria-Magdalena (für die Kirchgemeinde St. Michaelis).
Bislang gibt es keine Hinweise, dass C. P. E. Bach persönlich in Hamburg anwesend war. Naheliegender ist, dass er unmittelbar nach Fertigstellung der Partitur (Version 1, Sätze 1–5) seine Kantate an Telemann sandte, die dieser wiederum für den Hamburger Gottesdienst einrichtete, indem er an drei Stellen eigene Choralsätze hinzufügte (Choral Satz 2 aus seinem sog. Engel-Jahrgang, Nr. 23, 27 oder 32, TVWV 1:225, 1:640, 1:450, Choral Satz 5 und 8 aus seiner Lukas-Passion 1744 TVWV 5:29, Satz 45). Bis auf den Nachweis des Gegenteils geht diese früheste aufgeführte Version nicht direkt auf C. P. E. Bach zurück. Dass sie nicht bereits an den ersten beiden Ostertagen 1756 in St. Petri bzw. St. Nikolai musiziert wurde, könnte damit zusammenhängen, dass die Partitur nicht pünktlich aus Berlin eingetroffen war, um rechtzeitig die Stimmen erstellen zu können. Somit dürfte die Kantate eine Auftragskomposition Telemanns sein. Es wird vermutet, dass er „den Versuch unternahm, die Regelung seiner Nachfolge nicht dem Zufall zu überlassen, sondern umsichtig und entschieden einen ihm geeignet erscheinenden Kandidaten ins Spiel zu bringen und die verantwortlichen Stellen durch die Aufführung eines repräsentativen Werkes von dessen Fähigkeiten zu überzeugen“.
Die überlieferten Originalquellen (→ D-B Mus. ms. Bach P 345 u. D-B Mus. ms. Bach St 182) in Verbindung mit ihnen nahestehenden Abschriften sowie ein Textdruck aus Berlin zu C. P. E. Bachs Zeiten spiegeln verschiedene auf Bach zurückgehende Versionen wieder. Der Quellenbefund ist zum Teil widersprüchlich, was bislang auch zu unterschiedlichen Hypothesen bezüglich möglicher Fassungen und deren Datierung führte. Es geht vor allem um die Fragen, wann welche Choräle erklungen sind und ob es eine C. P. E. Bachsche Fassung mit Wiederholung des Eingangschores am Ende ohne nachfolgenden Schlusschoral gibt (entspräche Version 2 ohne Schlusschoral). Während die angegebenen drei Versionen, wenn auch mit Fragezeichen in der Datierung, belegbar sind, bleibt jene Version hypothetisch.
C. P. E. Bach führte nachweislich diese Kantate in den Jahren 1769, 1776 und 1787 in Hamburg als Quartalsmusik auf. 1769 dürfte Version 2 erklungen sein. Die Vermutung, dass Version 3 mit den Aufführungen 1776 einhergeht, stützt sich darauf, dass die zu einem späteren Zeitpunkt in Hamburg eingefügten Einlegeblätter mit den neuen Chorälen von Anon. 304 stammen, der ab 1787 nicht mehr als Kopist für C. P. E. Bach tätig war. 1787 wiederum kehrte C. P. E. Bach wohl zur Version 1 zurück (mit hinzugefügten Flötenstimmen im Schlusschoral). Widersprüchliches findet sich jedoch in den Trompeten- und Paukenstimmen. C. P. E. Bach fügte hier den Choral „Nun ist des Höchsten Wort erfüllt“ (Version 3, Satz 2) hinzu, der ursprünglich nur als „Choral“, schließlich als „Schluß Choral“ bezeichnet wurde. In den übrigen Stimmen finden sich jedoch keine Hinweise auf dessen Verwendung als Schlusschoral.
Generell ist zu bedenken, dass eine Quartalsmusik in den überlieferten Fällen immer in der Besetzung mit Trompeten und Pauken schloss. Allein vom Choral „Nun ist des Höchsten Wort erfüllt“ ist diese Besetzung überliefert, nicht jedoch von „O süßer Herre Jesu Christ“ und „Herr, dies sind die edlen Früchte“.
Early performances
, Hamburg, St. Katharinen (Link to event)
Quasimodogeniti
, Hamburg, St. Jacobi (Link to event)
Misericordias Domini
, Hamburg, St. Michaelis (Link to event)
Kirche St. Maria-Magdalena (für Michaelis-Gemeinde)
Jubilate
, Berlin (Link to event)
St. Petri, 1. Ostertag
, Hamburg, St. Petri (Link to event)
1. Ostertag
, Hamburg, St. Nicolai (Link to event)
2. Ostertag
, Hamburg, St. Katharinen (Link to event)
Quasimodogeniti
, Hamburg, St. Jacobi (Link to event)
Misericordias Domini
, Hamburg, St. Michaelis (Link to event)
Jubilate
, Hamburg, St. Petri (Link to event)
1. Ostertag
, Hamburg, St. Nicolai (Link to event)
2. Ostertag
, Hamburg, St. Katharinen (Link to event)
Quasimodogeniti
, Hamburg, St. Jacobi (Link to event)
Misericordias Domini
, Hamburg, St. Michaelis (Link to event)
Jubilate
, Hamburg, St. Petri (Link to event)
1. Ostertag
, Hamburg, St. Nicolai (Link to event)
2. Ostertag
, Hamburg, St. Katharinen (Link to event)
Quasimodogeniti
, Hamburg, St. Jacobi (Link to event)
Misericordias Domini
, Hamburg, St. Michaelis (Link to event)
Jubilate
relation to other works:
is arrangement of BWV 342
Comment
BR-CPEB F 5.1 = Version 1: Berlin 1756/57 (erklang jedoch zum ersten Mal am 25.04.1756 in Hamburg unter der Leitung G. P. Telemanns)
BR-CPEB F 5.2 = Version 2: Berlin nach 1757
BR-CPEB F 5.3 = Version 3: Hamburg vermutlich 1776

Entlehnungen:
Version 1, Satz 6: J. S. Bach, Choral „Heut triumphieret Gottes Sohn“ BWV 342
Version 3: Satz 2 u. 7: G. P. Telemann, „Musicalisches Lob Gottes in der Gemeinde des Herrn bestehend aus einem Jahrgange über die Evangelien für 2 oder 3 Singstimmen [...]“, Nürnberg 1744, No. 29.1; TVWV 1:975/2 und No. 29.2; TVWV 1:975/5, Tenor [=Alt ↓8] von C. P. E. Bach hinzugefügt

Anhand der überlieferten Quellen lässt sich folgende Version für Hamburg 1756 rekonstruieren:
1. Chor: Gott hat den Herrn auferwecket
2. Choral: Jesus, der mein Heiland lebt
3. Rezitativ – Accompagnement – Rezitativ: So wird mein Heiland nun erhöht
4. Arie: Dir sing ich froh, erstandner Fürst des Lebens
5. Choral: Weil du vom Tod erstanden bist
6a. Rezitativ: So sei nun, Seele, sei erfreut
6b. Arioso: Auch ich soll leben, mit dir, mein Jesus, leben
7. Arie: Wie freudig seh ich dir entgegen
8. Choral: So fahr ich hin zu Jesu Christ

Libretto
Textdichtung vom Potsdamer Hof- und Garnisonsprediger Leonhard Cochius (1718–1779), 1756 verfasst.
Satz 1: 1. Kor 6,14
Choräle:
Version 1, Satz 6: K. Stolzhagen, „Heut triumphieret Gottes Sohn“, Strophe 3;
Version 3, Satz 2: G. W. Sacer, „Wie lieblich sind doch deine Füß’“, Strophe 2;
Version 3, Satz 6: J. Rist: „Lasset uns den Herren preisen“, Strophe 8
Link to lyrics

Original sources
D-B Mus.ms. Bach P 345 [Score]
D-B Mus.ms. Bach St 182 [Konvolut] [Part(s)]
D-B Mus.ms. Bach St 182, Faszikel 1 [Part(s)]
Additional sources
D-KIl Mb 66 [unknown]
D-OLH Mus. arch. B. 1:1 [unknown]
B-Bc 721-724 MSM, Faszikel 4 (724 MSM) [Score]
D-AG Mus. B. 1:1 [Score]
D-B Am.B 86 [Score]
D-BNu Ec 11.4 [Score]
D-B Mus.ms. Bach P 436 [Score]
D-B Mus.ms. Bach P 779 [Score]
D-B Mus.ms. Bach P 782 [Score]
D-B Mus.ms. Bach P 791 [Score]
D-Bsa SA 244 [Score]
D-Bsa SA 246, Faszikel 1 [Score]
D-CEp B 2 [Score]
D-GBR A 5, Faszikel 1 [Score]
D-Gs 2 Mus. VII, 679, Faszikel 1 [Score]
DK-Kk mu 6309.0934 H. & Fr. Rungs Musik-Arkiv No 216A [Score]
D-LEb Go. S. 357 [Score]
D-LEm Poel. mus. Ms. 45 [Score]
D-Mbs Mus.ms. 1161 [Score]
D-SWl Mus. 837, Faszikel 1 [Score]
D-SWl Mus. 837, Faszikel 2 [Score]
F-Pn MS-1571a [Score]
GB-Lbl Add. MS. 33569 [Score]
D-BO 145 [Score and part(s)]
D-Bsa SA 246 [Konvolut] [Score and part(s)]
D-AG Mus. B. 1:1a, Faszikel 1 [Part(s)]
D-AG Mus. B. 1:1a, Faszikel 2 [Part(s)]
D-Bsa SA 246, Faszikel 2 [Part(s)]
D-Bsa SA 246, Faszikel 3 [Part(s)]
D-Bsa SA 246, Faszikel 4 [Part(s)]
D-Bsa SA 246, Faszikel 5 [Part(s)]
D-Bsa SA 246, Faszikel 6 [Part(s)]
D-Bsa SA 246, Faszikel 7 [Part(s)]
D-Bsa SA 246, Faszikel 8 [Part(s)]
D-Bsa SA 246, Faszikel 9 [Part(s)]
D-B Mus.ms. Bach St 182, Faszikel 2 [Part(s)]
D-B Mus.ms. Bach St 187 [Part(s)]
D-B Mus.ms. Bach St 598 [Part(s)]
D-B Mus.ms. Bach St 599 [Part(s)]
D-Dl Mus. 3029-E-500 [Part(s)]
D-GBR A 5, Faszikel 2 [Part(s)]
D-Gs 2 Mus. VII, 679, Faszikel 2 [Part(s)]
D-LEb Kulukundis II.3 Wq 217(3) (Depositum im Bach-Archiv) [Part(s)]
D-SWl Mus. 837, Faszikel 3 [Part(s)]
F-Pn MS-1571b-l [Part(s)]
F-Pn MS-1571m-n [Textdruck] [Libretto]

Edition
Literature
Bitter 1868, Bd. 1, S. 131–137
Miesner 1929, S. 76
Clark 1984, S. 158–161
Wagner 2001
Harasim 2010, S. 72–157, passim
Wollny 2010a

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