St John Passion 1788 BR‑CPEB Dp 7.4; H 801; Wq deest; TVWV 5:30

Passion (Lent)


Scoring
S*, A*, T*, B*, S, A, T, B; 2 Fl trav, 2 Ob, 2 Fag, 2 Vl, Va, Bc
Work history
EZ 1787; C. P. E. Bach beendete die Arbeiten an Arien und Chören für diese Passion am 25. November 1787. Grundlage für diese Passion war wie für die Johannes-Passionen von 1772 (BR-CPEB Dp 7.1), 1780 (BR-CPEB Dp 7.2) und 1784 (BR-CPEB Dp 7.3) die Johannes-Passion Telemanns (TVWV 5:30) von 1745; eine Abschrift des Passionsberichtes und der Choräle dieser Passion hatte C. P. E. Bach sich im Vorfeld der Aufführung von 1772 anfertigen lassen.
Die Arien und nicht zum Passionsbericht gehörenden Chöre hat C. P. E. Bach wie stets ausgetauscht, wobei es sich 1788, soweit bisher bekannt, durchgehend um Neukompositionen handelt (anderenfalls müsste es sich – wie in der Passion für 1789 – um tiefgreifende Bearbeitungen von Vorlagekompositionen handeln, da zu allen Sätzen eine autographe Partitur vorhanden ist). Auch für die Texte sind bislang keine Vorlagen ermittelt worden.
Die Aufführungen fanden nach einem lange etablierten Rhythmus in den Hauptkirchen Hamburgs statt. Die Termine der Passionsaufführungen wurden auch in den Hamburger Schreibkalendern vermerkt. Dabei kam es 1788 offenbar zu einem Versehen: Im Kalender blieb unberücksichtigt, dass Mariae Verkündigung (25.3.) auf Osterdienstag fiel und damit nach der Hamburger Regelung am Palmsonntag gefeiert wurde und die Passionsaufführungen also um eine Woche nach vorne verschoben bereits an Estomihi einsetzten; im Kalender beginnen sie erst an Invokavit. Um auf dieses Versehen im Schreibkalender hinzuweisen, enthält das gedruckte Libretto auf der Rückseite des Titelblattes eine „Nachricht“, in der auf die geänderten Termine der Passionsaufführungen hingewiesen wird. Weitere Aufführungen an Werktagen können ferner in den Nebenkirchen angenommen werden.
Early performances
, Hamburg, St. Petri
, Hamburg, St. Nicolai
, Hamburg, St. Katharinen
, Hamburg, St. Jacobi
, Hamburg, St. Michaelis
relation to other works:
is revision of BR-CPEB Dp 7.1 / H 785 / Wq deest
relation from other works:
has as part BR-CPEB H 59/1
Comment
Pasticcio aus Kompositionen von C. P. E. Bach und G. P. Telemann, aufbauend auf der Johannes-Passion 1772 (BR-CPEB Dp 7.1).
Entlehnungen:
1. Satz 1–4, 6–8, 10, 12–14, 16, 18, 20 und 23: G. P. Telemann: Johannes-Passion 1745, (TVWV 5:30)
2. Satz 19, 25: C. P. E. Bach, „Neue Melodien zu einigen Liedern des neuen Hamburger Gesangbuchs“ 1787, Choral 5 (→ BR-CPEB H 59/5) und Choral 1 (→ BR-CPEB H 59/1).

Im Stimmenmaterial werden keine Sänger genannt; aus Hinweisen in der Partitur geht aber hervor, dass Kirchner (Vornamen unbekannt, Pilatus und Petrus, Tenor), Johann Andreas Hofmann (Knecht und Diener, Bass), Friedrich Martin Illert (Jesus, Bass) an der Aufführung mitwirkten.
Lyrics
1. Passionsbericht
Satz 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20 und 23: Jh 18,1–19.42
2. Choräle
Satz 1: J. A. Schlegel, „So gehst du, Jesu, willig hin“, Strophe 1;
Satz 3: S. Rodigast, „Was Gott tut, das ist wohl getan“, Strophe 1;
Satz 7: E. Liebich, „Gott, der du deinen Sohn für uns gegeben“, Strophe 1;
Satz 13: nach P. Gerhardt, „Der du voll Blut und Wunden“, Strophe 2;
Satz 19: J. A. Freylinghausen, „Wer ist wohl wie du“, Strophen 1 u. 14;
Satz 25: C. F. Gellert, „Wie groß ist des Allmächtgen Güte“, Strophe 6
3. Alle übrigen Sätze: Vorlage nicht bekannt;
Satz 21: Erste Zeile wie Beginn des Gedichts von Anna Luise Karsch (1722–1791), „Dem Andenken des Herrn Hofrath Stahl bei seinem Grabe“, Berlin, Nov. 1772.
Literature
Miesner 1929, S. 67; Clark 1984, S. 109f., 112; Wiermann 2001, S. 103; Wolf 2010a, S. 413; Enßlin 2011, S. 61
Original sources
D-Bsa SA 35, Faszikel 1
D-Bsa SA 35, Faszikel 3
Additional sources
D-Bsa SA 35, Faszikel 2
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