Bach, Johann Sebastian (1685–1750)
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Ich habe meine Zuversicht

Christian Friedrich Henrici (Picander) (1700–1764) ("Cantaten auf die Sonn- und Fest-Tage", Leipzig, 1728/1732); Satz 6: Strophe 1 aus „Auf meinen lieben Gott“ (Lübeck, vor 1603)

1. SINFONIA


2. ARIA (T)

Ich habe meine Zuversicht
Auf den getreuen Gott gericht,
Da ruhet meine Hoffnung feste.
Wenn alles bricht, wenn alles fällt,
Wenn niemand Treu und Glauben hält,
So ist doch Gott der allerbeste.


3. REZITATIV (B)

Gott meint es gut mit jedermann,
Auch in den allergrößten Nöten.
Verbirget er gleich seine Liebe,
So denkt sein Herz doch heimlich dran,
Das kann er niemals nicht entziehn;
Und wollte mich der Herr auch töten,
So hoff ich doch auf ihn.
Denn sein erzürntes Angesicht
Ist anders nicht
Als eine Wolke trübe,
Sie hindert nur den Sonnenschein,
Damit durch einen sanften Regen
Der Himmelssegen
Um so viel reicher möge sein.
Der Herr verwandelt sich in einen grausamen,
Um desto tröstlicher zu scheinen;
Er will, er kanns nicht böse meinen.
Drum lass ich ihn nicht, er segne mich denn.


4. ARIA (A)

Unerforschlich ist die Weise,
Wie der Herr die Seinen führt.
Selber unser Kreuz und Pein
Muss zu unserm Besten sein
Und zu seines Namens Preise.


5. REZITATIV (S)

Die Macht der Welt verlieret sich.
Wer kann auf Stand und Hoheit bauen?
Gott aber bleibet ewiglich;
Wohl allen, die auf ihn vertrauen!


6. CHORAL

Auf meinen lieben Gott
Trau ich in Angst und Not;
Er kann mich allzeit retten
Aus Trübsal, Angst und Nöten;
Mein Unglück kann er wenden,
Steht alls in seinen Händen.