Bach, Johann Sebastian (1685–1750)
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Christum wir sollen loben schon

Martin Luther (1483–1546), 1524, nach dem Hymnus „A solis ortus cardine“); Strophe 2-7 (Satz 2-5) umgedichtet (Verfasser unbekannt); Textdruck: Birkmann 1728

1. CHOR

Christum wir sollen loben schon,
Der reinen Magd Marien Sohn,
So weit die liebe Sonne leucht
Und an aller Welt Ende reicht.


2. ARIA (T)

O du von Gott erhöhte Kreatur,
Begreife nicht, nein, nein, bewundre nur:
Gott will durch Fleisch des Fleisches Heil erwerben.
Wie groß ist doch der Schöpfer aller Dinge,
Und wie bist du verachtet und geringe,
Um dich dadurch zu retten vom Verderben.


3. REZITATIV (A)

Der Gnade unermesslichs Wesen
Hat sich den Himmel nicht
Zur Wohnstatt auserlesen,
Weil keine Grenze sie umschließt.
Was Wunder, dass allhie Verstand und Witz gebricht,
Ein solch Geheimnis zu ergründen,
Wenn sie sich in ein keusches Herze gießt.
Gott wählet sich den reinen Leib zu einem Tempel seiner Ehren,
Um zu den Menschen sich mit wundervoller Art zu kehren.


4. ARIA (B)

Johannis freudenvolles Springen
Erkannte dich, mein Jesu, schon.
Nun da ein Glaubensarm dich hält,
So will mein Herze von der Welt
Zu deiner Krippe brünstig dringen.


5. REZITATIV (S)

Doch wie erblickt es dich in deiner Krippe?
Es seufzt mein Herz: mit bebender und fast geschlossner Lippe
Bringt es sein dankend Opfer dar.
Gott, der so unermesslich war,
Nimmt Knechtsgestalt und Armut an.
Und weil er dieses uns zugutgetan,
So lasset mit der Engel Chören
Ein jauchzend Lob- und Danklied hören!


6. CHORAL

Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt,
Christ, geborn von der reinen Magd,
Samt Vater und dem Heilgen Geist
Von nun an bis in Ewigkeit.