Bach, Johann Sebastian (1685–1750)
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Gott, man lobet dich in der Stille

Christian Friedrich Henrici (Picander) (1700–1764)
Martin Luther (1483–1546)

Christian Friedrich Henrici;
Satz 1: Psalm 65,2;
Satz 6: Strophe 3 aus „Komm Heiliger Geist, Herre Gott“ von Martin Luther (1524);
Textdrucke: Picander 1732 ("Ernst-Schertzhaffte und Satyrische Gedichte. Dritter Theil.", Leipzig 1732, S. 73ff.), Sicul 1731 I/31 II

1. ARIOSO

Gott, man lobet dich in der Stille zu Zion,
Und dir bezahlet man Gelübde.


2. ARIA

Zahle, Zion, die Gelübde,
Zahle sie dem Höchsten aus.
Deine Hoffnung trifft dir ein,
Brunn und Quellen sind noch rein,
Seine Treue
Baut und gründet auf das neue
Seines Nahmens Ehr und Haus.

Da Capo.


3. REZITATIV

Ach! du geliebte Gottesstadt,
Gott stehe dir noch ferner bei,
Dein Feuer, Herd und dein Altar
Schwebt in Verfolgung und Gefahr,
Drum nimm doch deiner selbsten wahr.
Bekenne fest, und wanke nicht
Wie ein zerbrochenes Rohr, wie ein verlöschend Licht.
Bleib in Bekenntnis deiner Hoffnung
Gott ist getreu
Der sie verheissen hat.


4. ARIA

Treu im Gläuben
Unbeweglich in der Not
Treu im Leben, treu im Tod
Müssen wahre Christen bleiben,
Dass sie nach dem frohen Sterben
Jenes Lebens Krone erben.


5. REZITATIV

Wohlan! du heilige Gemeinde,
So tue nach dem Wort
Und reize fort und fort
Zur Liebe, zu den guten Werken,
Dass alle deine Feinde
Den wahren Bund,
Und deiner Lehre festen Grund
Zur Folge der Gemeinschaft merken.


6. CHORAL

Du heilige Brunst, süßer Trost,
Nun hilf und fröhlich und getrost
In deinen Dienst beständig bleiben,
Die Trübsal uns nicht abtreiben;
O Herr, durch dein Kraft uns bereit,
Und stärk des Fleisches Blödigkeit,
Dass wir hier ritterlich ringen,
Durch Tod und Leben zu dir dringen,
Alleluja, Alleluja.