Bach, Johann Sebastian (1685–1750)
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Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben

Dichter unbekannt
Lazarus Spengler (1479–1534)

Satz 1: Markus 9,24;
Satz 6: Strophe 7 aus „Durch Adams Fall ist ganz verderbt“ von Lazarus Spengler (1524)

1. CHOR

Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben!


2. REZITATIV (T)

Des Herren Hand ist ja noch nicht verkürzt,
Mir kann geholfen werden.
Ach nein, ich sinke schon zur Erden
Vor Sorge, dass sie mich zu Boden stürzt.
Der Höchste will, sein Vaterherze bricht.
Ach nein! er hört die Sünder nicht.
Er wird, er muss dir bald zu helfen eilen,
Um deine Not zu heilen.
Ach nein, es bleibet mir um Trost sehr bange;
Ach Herr, wie lange?


3. ARIA (T)

Wie zweifelhaftig ist mein Hoffen,
Wie wanket mein geängstigt Herz!
Des Glaubens Docht glimmt kaum hervor,
Es bricht dies fast zustoßne Rohr,
Die Furcht macht stetig neuen Schmerz.


4. REZITATIV (A)

O fasse dich, du zweifelhafter Mut,
Weil Jesus itzt noch Wunder tut!
Die Glaubensaugen werden schauen
Das Heil des Herrn;
Scheint die Erfüllung allzufern,
So kannst du doch auf die Verheißung bauen.


5. ARIA (A)

Der Heiland kennet ja die Seinen,
Wenn ihre Hoffnung hilflos liegt.
Wenn Fleisch und Geist in ihnen streiten,
So steht er ihnen selbst zur Seiten,
Damit zuletzt der Glaube siegt.


6. CHORAL

Wer hofft in Gott und dem vertraut,
Der wird nimmer zuschanden;
Denn wer auf diesen Felsen baut,
Ob ihm gleich geht zuhanden
Viel Unfalls hie, hab ich doch nie
Den Menschen sehen fallen,
Der sich verlässt auf Gottes Trost;
Er hilft sein' Gläubgen allen.