Bach, Johann Sebastian (1685–1750)
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Erfreute Zeit im neuen Bunde

Dichter unbekannt
Martin Luther (1483–1546)

Satz 2: unter Verwendung von Lukas 2,29–31;
Satz 3: frei nach Hebräer 4,16;
Satz 5: Strophe 4 aus „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“ von Martin Luther (1524); Originaltextdruck: Leipzig 1724 I

1. ARIA (A)

Erfreute Zeit im neuen Bunde,
Da unser Glaube Jesum hält.
Wie freudig wird zur letzten Stunde
Die Ruhestatt, das Grab bestellt!


2. REZITATIV; ARIA (B)

Herr, nun lässest du deinen Diener in Friede fahren, wie du gesaget hast.

Was uns als Menschen schrecklich scheint,
Ist uns ein Eingang zu dem Leben.
Es ist der Tod
Ein Ende dieser Zeit und Not,
Ein Pfand, so uns der Herr gegeben
Zum Zeichen, daß ers herzlich meint
Und uns will nach vollbrachtem Ringen
Zum Frieden bringen.
Und weil der Heiland nun
Der Augen Trost, des Herzens Labsal ist,
Was Wunder, dass ein Herz des Todes Furcht vergißt!
Es kann den erfreuten Ausspruch tun:

Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast für allen Völkern.


3. ARIA (T)

Eile, Herz, voll Freudigkeit
Vor den Gnadenstuhl zu treten!
Du sollst deinen Trost empfangen
Und Barmherzigkeit erlangen,
Ja, bei kummervoller Zeit,
Stark am Geiste, kräftig beten.


4. REZITATIV (A)

Ja, merkt dein Glaube noch viel Finsternis,
Dein Heiland kann der Zweifel Schatten trennen;
Ja, wenn des Grabes Nacht
Die letzte Stunde schrecklich macht,
So wirst du doch gewiss
Sein helles Licht im Tode selbst erkennen.


5. CHORAL

Er ist das Heil und selig Licht
Für die Heiden,
Zu erleuchten, die dich kennen nicht,
Und zu weiden.
Er ist deins Volks Israel
Der Preis, Ehre, Freud und Wonne.