Bach, Johann Sebastian (1685–1750)
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Lobe den Herren, meine Seele

Johann Oswald Knauer (1690-?)
Samuel Rodigast (1649–1708)

J. O. Knauer (Gotha, 1720, bearbeitet);
Satz 1: Psalm 103,2;
Satz 6: Strophe 6 aus „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ von Samuel Rodigast (1674)

1. CHOR

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!


2. REZITATIV (S)

Ach, dass ich tausend Zungen hätte!
Ach wäre doch mein Mund
Von eitlen Worten leer!
Ach, dass ich gar nichts redte,
Als was zu Gottes Lob gerichtet wär!
So machte ich des Höchsten Güte kund;
Denn er hat lebenslang so viel an mir getan,
Dass ich in Ewigkeit ihm nicht verdanken kann.


3. ARIA (T)

Meine Seele,
Auf, erzähle,
Was dir Gott erwiesen hat!
Rühmet seine Wundertat,
Lasst ein gottgefällig Singen
Durch die frohen Lippen dringen!


4. REZITATIV (A)

Gedenk ich nur zurück,
Was du, mein Gott, von zarter Jugend an
Bis diesen Augenblick
An mir getan,
So kann ich deine Wunder, Herr,
So wenig als die Sterne zählen.
Vor deine Huld, die du an meiner Seelen
Noch alle Stunden tust,
Indem du nie von deiner Liebe ruhst,
Vermag ich nicht vollkommnen Dank zu weihn.
Mein Mund ist schwach, die Zunge stumm
Zu deinem Preis und Ruhm.
Ach! sei mir nah
Und sprich dein kräftig Hephata,
So wird mein Mund voll Dankens sein.


5. ARIA (B)

Mein Erlöser und Erhalter,
Nimm mich stets in Hut und Wacht!
Steh mir bei in Kreuz und Leiden,
Alsdenn singt mein Mund mit Freuden:
Gott hat alles wohlgemacht!


6. CHORAL

Was Gott tut, das ist wohlgetan,
Darbei will ich verbleiben.
Es mag mich auf die rauhe Bahn
Not, Tod und Elend treiben:
So wird Gott mich
Ganz väterlich
In seinen Armen halten.
Drum lass ich ihn nur walten.