Bach, Johann Sebastian (1685–1750)
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Erfreut euch, ihr Herzen (Dialogus)

Dichter unbekannt;
Satz 1–5: Umdichtung von Satz 8 und 1-4 aus BWV 66.1;
Satz 6: Strophe 3 aus „Christ ist erstanden“ (mittelalterlich);
Originaltextdrucke: Leipzig 1724 II; Leipzig 1731 I

1. CHOR

Erfreut euch, ihr Herzen,
Entweichet, ihr Schmerzen,
Es lebet der Heiland und herrschet in euch.
Ihr könnet verjagen
Das Trauern, das Fürchten, das ängstliche Zagen,
Der Heiland erquicket sein geistliches Reich.


2. REZITATIV (B)

Es bricht das Grab und damit unsre Not,
Der Mund verkündigt Gottes Taten,
Der Heiland lebt, so ist in Not und Tod
Den Gläubigen vollkommen wohl geraten.


3. ARIA (B)

Lasset dem Höchsten ein Danklied erschallen
Vor sein Erbarmen und ewige Treu.
Jesus erscheinet, uns Friede zu geben,
Jesus berufet uns, mit ihm zu leben,
Täglich wird seine Barmherzigkeit neu.


4. REZITATIV; ARIOSO (A, T)

HOFFNUNG
Bei Jesu Leben freudig sein
Ist unsrer Brust ein heller Sonnenschein.
Mit Trost erfüllt auf seinen Heiland schauen
Und in sich selbst ein Himmelreich erbauen,
Ist wahrer Christen Eigentum.
Doch weil ich hier ein himmlisch Labsal habe,
So sucht mein Geist hier seine Lust und Ruh,
Mein Heiland ruft mir kräftig zu:
"Mein Grab und Sterben bringt euch Leben,
Mein Auferstehn ist euer Trost."
Mein Mund will zwar ein Opfer geben,
Mein Heiland, doch wie klein,
Wie wenig, wie so gar geringe
Wird es vor dir, o großer Sieger, sein,
Wenn ich vor dich ein Sieg- und Danklied bringe.

HOFFNUNG, FURCHT
Mein/Kein Auge sieht den Heiland auferweckt,
Es hält ihn nicht/noch der Tod in Banden.

HOFFNUNG
Wie, darf noch Furcht in einer Brust entstehn?

FURCHT
Lässt wohl das Grab die Toten aus?

HOFFNUNG
Wenn Gott in einem Grabe lieget,
So halten Grab und Tod ihn nicht.

FURCHT
Ach Gott! der du den Tod besieget,
Dir weicht des Grabes Stein, das Siegel bricht,
Ich glaube, aber hilf mir Schwachen,
Du kannst mich stärker machen;
Besiege mich und meinen Zweifelmut,
Der Gott, der Wunder tut,
Hat meinen Geist durch Trostes Kraft gestärket,
Dass er den auferstandnen Jesum merket.


5. ARIA (A, T)

FURCHT, HOFFNUNG
Ich furchte zwar/nicht des Grabes Finsternissen
Und klagete/hoffete mein Heil sei nun/nicht entrissen.

BEIDE
Nun ist mein Herze voller Trost,
Und wenn sich auch ein Feind erbost,
Will ich in Gott zu siegen wissen.


6. CHORAL

Alleluja! Alleluja! Alleluja!
Des solln wir alle froh sein,
Christus will unser Trost sein.
Kyrie eleis!