Wer weiß, wie nahe mir mein Ende BWV 27; BC A 138
Kantate

 

Wer weiß, wie nahe mir mein Ende

unbekannt

1. CHORAL; REZITATIV (S, A, T)

CHOR
Wer weiß, wie nahe mir mein Ende?

SOPRAN
Das weiß der liebe Gott allein,
Ob meine Wallfahrt auf der Erden
Kurz oder länger möge sein.

CHOR
Hin geht die Zeit, her kommt der Tod,

ALT
Und endlich kommt es doch so weit,
Dass sie zusammentreffen werden.

CHOR
Ach, wie geschwinde um behende
Kann kommen meine Todesnot!

TENOR
Wer weiß, ob heute nicht
Mein Mund die letzten Worte spricht.
Drum bet ich alle Zeit:

CHOR
Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut,
Machs nur mit meinem Ende gut!


2. REZITATIV (T)

Mein Leben hat kein ander Ziel,
Als dass ich möge selig sterben
Und meines Glaubens Anteil erben;
Drum leb ich allezeit
Zum Grabe fertig und bereit,
Und was das Werk der Hände tut,
Ist gleichsam, ob ich sicher wüsste,
Dass ich noch heute sterben müsste:
Denn Ende gut, macht alles gut!


3. ARIA (A)

Willkommen! will ich sagen,
Wenn der Tod ans Bette tritt.
Fröhlich will ich folgen, wenn er ruft,
In die Gruft,
Alle meine Plagen
Nehm ich mit.


4. REZITATIV (S)

Ach, wer doch schon im Himmel wär!
Ich habe Lust zu scheiden
Und mit dem Lamm,
Das aller Frommen Bräutigam,
Mich in der Seligkeit zu weiden.
Flügel her!
Ach, wer doch schon im Himmel wär!


5. ARIA (B)

Gute Nacht, du Weltgetümmel!
Itzt mach ich mit dir Beschluß;
Ich steh schon mit einem Fuß
Bei dem lieben Gott im Himmel.


6. CHORAL

Welt, ade! ich bin dein müde,
Ich will nach dem Himmel zu,
Da wird sein der rechte Friede
Und die ewge, stolze Ruh.
Welt, bei dir ist Krieg und Streit,
Nichts denn lauter Eitelkeit,
In dem Himmel allezeit
Friede, Freud und Seligkeit.